Der Klimadiesel aus Reststoffen
HVO steht für Hydrotreated Vegetable Oil, also mit Wasserstoff behandeltes Pflanzenöl. Der teilsynthetische Kraftstoff – auch als XTL oder Klimadiesel bekannt – gilt als ökologische Alternative zu fossilem Diesel. XTL bedeutet „X to Liquid”: Ein geeigneter Ausgangsstoff wird verflüssigt und als Energieträger nutzbar gemacht. Hergestellt wird HVO aus organischen Reststoffen wie Altfett oder gebrauchtem Pflanzenöl, die durch eine Wasserstoffbehandlung zu brennbarem Kraftstoff mit besserer Klimabilanz werden. Anders als Biodiesel entsteht HVO also aus Abfällen statt aus frischen Rohstoffen wie Rapsöl.
Häufige Fragen
Was kostet ein Liter HVO?
Ein pauschaler Preis lässt sich nicht nennen, da HVO bislang nur an ausgewählten Tankstellen angeboten wird und die Differenz zu fossilem Diesel schwankt. In Beispielen lag HVO mal rund 16 Cent, mal nur etwa 3 Cent über dem Dieselpreis. Da die Herstellung aufwendiger ist, ist Klimadiesel im Verkauf in der Regel teurer.
Welche Fahrzeuge dürfen HVO tanken?
Bei neueren Fahrzeugen genügt häufig ein Blick auf den Tankdeckel: Ein kleines Quadrat mit der Kennzeichnung „XTL” zeigt die Freigabe an. Auch viele ältere Diesel dürfen grundsätzlich mit HVO fahren – hier sollten jedoch Gummiteile im Kraftstoffsystem wie Leitungen und Dichtungen vorab auf Risse geprüft und bei Bedarf getauscht werden. Eine Übersicht der Freigaben führt unter anderem die Deutsche Automobil Treuhand (DAT).
Welche Nachteile hat HVO?
Für Motor und Fahrgefühl ergeben sich praktisch keine Nachteile; fehlende schmierende Aromaten werden durch Additive ersetzt, und es entsteht weniger Ruß. Kritisch wird in Studien jedoch die Klimabilanz gesehen: Gebrauchtes Speiseöl wird in Herkunftsländern bereits anderweitig verwertet. Wird es in Europa zu Kraftstoff verarbeitet, fehlt es dort und wird teils durch frisches Palmöl ersetzt, was zusätzliche CO2-Emissionen verursachen kann.